[
  • Kinder-Verein für Eltern, Erzieherinnen und Pädagogen
  • Aktuelle Zeit: Mo 20. Nov 2017, 10:33

Das Thema


Von Hunden und Haltern

 Dieses Thema ausdrucken

Kinder Verein


Kinder-Verein
Dein Kinder-Verein

Kinder-Verein | Tiere

Von Hunden und Haltern

alles über Tiere. Tierhaltung im allgemeinen und über Therapien mit Tieren.

Von Hunden und Haltern

Beitragvon Oliver » So 7. Okt 2012, 10:08

Von Hunden und Haltern

Der Vierbeiner als Begleiter und Helfer lässt auch Rückschlüsse auf seinen Besitzer zu

Unschlagbares Team: Gemeinsam läuft das Leben leichter

Fitnesstrainer, Seelentröster, Beschützer, Waffe, Therapeut, Partner-Ersatz, Drogenfahnder, Mode-Accessoire – Hunde erfüllen heute jede Menge Aufgaben. Schon vor mehr als 20 000 Jahren erkannte der Mensch das Potenzial ihrer Vorfahren und domestizierte sie, damals vor allem als Wach-, Hüte- und Jagdhunde.

„Rund fünf Millionen Hunde gibt es in Deutschland. Die Zahl bleibt seit mehr als 25 Jahren ziemlich konstant“, sagt Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen. Die Lebensbedingungen des Nachfahren des Wolfes haben sich allerdings im Lauf der Zeit gewandelt – und damit sowohl sein Aussehen als auch seine Arbeitsbereiche.

So stellte etwa ein Forscherteam um Sara Staats, Professorin an der State University in Ohio (USA), fest, dass Männer gern einen Hund halten, weil er sie dazu anregt, sich regelmäßig zu bewegen. Frauen fühlten sich dagegen mit ihrem Tier vor allem weniger einsam. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen: Unter bestimmten Voraussetzungen machen Hunde den Menschen seelisch weniger stressanfällig und halten ihn körperlich gesünder.

Hunde leisten viel

Weil Vierbeiner guttun, setzen manche Lehrer „Schulhunde“ im Unterricht ein. „Kinder gehen dann lieber in die Schule, verhalten sich ruhiger und rücksichtsvoller. Erste Auswertungen unserer Studie weisen zudem darauf hin, dass Depressivität bei Kindern abnimmt“, berichtet Dr. Andrea Beetz von der Forschergruppe „Mensch und Tier“ an der Universität Erlangen-Nürnberg.

In mehreren Projekten zeigte die Diplom-Psychologin außerdem, dass Kinder und Teenager, die über einen längeren Zeitraum hinweg ein Tier halten, mit Gefühlen, „insbesondere mit negativen Emotionen besser umgehen können als Gleichaltrige ohne solche Begleiter“. Beetz warnt jedoch davor, diese Ergebnisse überzubewerten, denn als Bezugspersonen spielen natürlich die Eltern eine herausragende Rolle.

Therapeuten in psychiatrischen Kliniken und Heimen greifen ebenfalls gern auf Hunde als Helfer zurück. Mit ihnen können Kranke kuscheln, zudem lassen sich über die Tiere leichter Kontakte herstellen. Erst kürzlich untersuchte Susanne Popp vom Institut für Psychogerontologie, ebenfalls an der Universität Erlangen-Nürnberg, in fünf Heimen, was sich bei demenzkranken Bewohnern änderte, wenn ein Hund sie regelmäßig besuchen kam. „Die tierischen Gäste verringerten bei dementen Menschen die Aggressivität und Unruhe. Diese waren weniger passiv, kontaktfreudiger, interessierter und konzentrierter“, zieht Popp eine positive Bilanz. Und weiter: „Über den Hund fanden die Helfer einen besseren Zugang zu den Erkrankten.“

Solche Aufgaben übernehmen neben Mischlingen insbesondere Retriever, Collies und Dalmatiner. „Das sind zudem die begehrtesten Familien- und Begleithunde“, sagt Kopernik. Der Schäferhund dagegen – noch immer die am häufigsten gezüchtete Rasse in Deutschland – verteidigt unter anderem bei Polizei und Zoll sein angestammtes Revier.

Auf den Halter kommt es an

Falsch behandelt, können Hunde jedoch total versagen: Jedes Jahr versorgen Ärzte Tausende Verletzte, die gebissen wurden. Fast drei Viertel der Wunden stammen von Tieren aus dem persönlichen Umfeld. Dann wird oft auf eine bestimmte Rasse verwiesen, die besonders gefährlich sei. Dem widerspricht Dr. Silke Wechsung von der Universität Bonn energisch: „Unsere Ergebnisse zeigen ganz klar die maßgebliche Rolle des Hundehalters. Nur auf ihn, den Menschen am anderen Ende der Leine, kommt es an.“

In einer Studie untersuchte die Diplom-Psychologin die Beziehung zwischen Mensch und Hund. 2789 Halter gaben ihr Auskunft. Zusätzlich nahm Wechsung das Verhalten von Tier und Besitzer unter die Lupe. Dabei erhielt sie interessante Ergebnisse: Bestimmte Vorstellungen – zum Beispiel, dass Hunde nur in eine Wohnung mit Garten gehören – ließen sich nicht bestätigen. „Die Beziehung zwischen Mensch und Tier wird weder vom Wohnort, vom Beruf, vom Nettoeinkommen, vom Bildungsstand noch vom Alter des Halters beeinflusst“, hebt Wechsung hervor.

Drei unterschiedliche Typen

Die Forscherin fand jedoch drei Typen von Hundehaltern vor: den prestigeorientierten, den stark auf den Hund fixierten und den naturverbundenen, sozialen Besitzer. Ein knappes Viertel aller Halter gehört zum prestigeorientierten Typ. Ihm geht es vor allem darum, mit dem Tier das eigene Selbstbewusstsein zu stärken, das Ansehen zu steigern und mehr Aufmerksamkeit von anderen zu erhalten. Mit dem Hund möchte er also etwas Besonderes darstellen. „Das kann jemand sein, der es toll findet, mit einem muskulösen, angstauslösenden Hund aufzufallen. Da bieten sich dann bestimmte Hunderassen besonders an, etwa ein Staffordshire“, erklärt Wechsung. „Oder sie tragen wie Paris Hilton ihren kleinen, niedlichen Tinkerbell in der Handtasche herum.“ Vor allem auf sich selbst bezogen, bauen diese Halter keine enge emotionale Beziehung zu ihren Hunden auf und beschäftigen sich kaum mit deren Bedürfnissen.

Bei der Anschaffung fehlt es ihnen an Wissen darüber, was das Tier überhaupt braucht. Solche Hunde – möglicherweise aus Unkenntnis nicht artgerecht gehalten – entwickeln oft Verhaltensauffälligkeiten und verursachen Probleme. In der einen oder anderen Form trifft das auf eine Vielzahl von Hunden in Deutschland zu. Nicht selten landen sie schließlich im Tierheim oder werden an Autobahn-Raststätten ausgesetzt. Daher warnt Steffen Beuys vom Deutschen Tierschutzbund vor einem beliebten Überraschungspräsent: „Finger weg von lebenden Weihnachtsgeschenken. Schon nach kurzer Zeit ist der Hund zu laut, zu anstrengend oder macht zu viel Dreck.“

Der Vierbeiner im Mittelpunkt

Der zweite Typ fixiert sich stark auf den Hund. Ein Drittel aller Hundebesitzer gehört in diese Kategorie: Alles dreht sich nur um den Vierbeiner. Auch wenn sich der Besitzer eher zu Tieren als zu Menschen hingezogen fühlt, verhält er sich in der Öffentlichkeit rücksichtsvoll und möchte niemanden mit seinem Begleiter belästigen oder gefährden. „Der Hund bekommt, was er braucht – aber auf eine besonders enge Weise. Das Tier ist teilweise Kind- oder Partner- Ersatz“, erklärt Wechsung.

Die größte Gruppe machen mit 43 Prozent die naturverbundenen und sozialen Hundebesitzer aus, zu denen sich auch die Expertin mit ihrem Riesenschnauzer Nessie zählt. Diese Menschen bewegen sich gerne draußen und wollen sich dort auch mit ihrem Hund beschäftigen. „Für diesen Typ ist es selbstverständlich, bei jedem Wetter morgens, mittags und abends ausdauernd spazieren zu gehen und dabei die Verantwortung und Führung in dem Gespann zu übernehmen“, schildert Wechsung.

Bereits vor der Anschaffung ihres Hundes erwerben diese Halter sehr viel Fachwissen zum Thema, etwa von Züchtern, vom Tierheim oder aus Büchern, und achten später auf eine gute Erziehung des Vierbeiners. Weil er kontaktfreudig ist und die Geselligkeit liebt, zieht dieser Typ, wenn es darauf ankommt, jedoch den Zweibeiner einem Vierbeiner vor.

Menschen sind nicht alle gleich, Hunde auch nicht. Wer sich einen kaufen will, sollte sich vorher gründlich informieren, welcher am besten zu ihm passt: ein lebhafter, kleiner Begleiter wie der Chihuahua oder ein ausdauernder großer Läufer wie der Windhund. Wechsung fasst zusammen: „Unsere Untersuchungen zeigten, dass der Halter dafür verantwortlich ist, was aus seinem Hund wird.“

(Quelle: Christine Wolfrum / Apotheken Umschau; 23.12.2009)
Benutzeravatar
Oliver
Moderator||
Moderator||
Mitglied
Mitglied

 
Beiträge: 2558
Registriert: Mo 3. Sep 2012, 20:05
Danke gegeben: 0 mal
Danke bekommen: 0 mal
Geschlecht: Mann


ZEIGE DEINEN FREUNDEN AUF FACEBOOK DIE THEMEN, DIE DU DIR AUF
KINDER-VEREIN.ORG ANSIEHST!

Zurück zu Tiere


 Ähnliche Themen   Autor   Antworten   Zugriffe 
Allergieschutz: Herumtollen mit Hunden

in Gesundheit

Oliver

0

3292


Moderator: Kinder-Verein Moderatoren

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

 

Wer ist online?

Insgesamt ist 1 Besucher online: 0 registrierte, 0 unsichtbare und 1 Gast (basierend auf den aktiven Besuchern der letzten 5 Minuten)
Der Besucherrekord liegt bei 240 Besuchern, die am Fr 27. Sep 2013, 18:25 gleichzeitig online waren.

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Foren-Übersicht Foren-Übersicht - Kinder-Verein Kinder-Verein Foren-Übersicht - Kinder-Verein Tiere