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Unfälle auf dem Weg zur Arbeit: „Fallen Sie besser vor die H

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Unfälle auf dem Weg zur Arbeit: „Fallen Sie besser vor die H

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Unfälle auf dem Weg zur Arbeit: „Fallen Sie besser vor die H

Beitragvon Oliver » Do 13. Sep 2012, 04:33

Unfälle auf dem Weg zur Arbeit: „Fallen Sie besser vor die Haustür!“ - Ob ein Unfall
auf dem Weg zur Arbeit unter den gesetzlichen Versicherungsschutz fällt oder nicht,
hängt oft von skurril anmutenden Details ab
Ein falscher Tritt auf der Stufe, ein unachtsamer Moment beim Abbiegen - schnell ist auf dem Weg zur
Arbeit ein Unfall passiert. Die Auseinandersetzung mit der gesetzlichen Unfallversicherung kann dafür
umso langwieriger sein. Grundsätzlich hat zwar jeder Arbeitnehmer in Deutschland Anspruch auf bestimmte
Leistungen. Ob er bei einem Unfall allerdings tatsächlich versichert ist, darüber entscheiden Details.

„Die gesetzliche Unfallversicherung reguliert nur den Gesundheitsschaden“, sagt Roswitha Breuer-
Asomaning vom Bundesverband der Unfallkassen in München. Das heißt: Behandlungskosten oder auch
eine neue Brille werden bezahlt, beim Unfall beschädigte Kleidung, das kaputte Fahrrad oder Blechschäden
am Auto dagegen nicht.

Versichert ist der Weg zur Arbeit und zurück nach Hause. Dabei geht die Rechtsprechung immer
vom direkten Weg aus. „Das muss nicht der kürzeste Weg sein“, erklärt Bettina Schmidt, Rechtsanwältin
in Bonn. Werden zum Beispiel vor dem Gang ins Büro die Kinder in den Kindergarten gebracht, ist auch
dieser Weg versichert.

Der Umweg zum Bäcker ist versichert, der zur Post nicht
Bei einem kurzen Einkauf oder einem Schlenker zur Post greift der Versicherungsschutz nicht. „Machen
Sie dagegen einen Umweg zum Bäcker, um sich ein belegtes Brötchen für die Mittagspause im Büro zu
kaufen, dann ist der Weg versichert, allerdings nicht der Aufenthalt in der Bäckerei“, erklärt Bettina
Schmidt.

Der Weg zur Arbeit beginnt an der Außentür des Wohnhauses und endet an der Außentür des Bürogebäudes.
Ein Sturz auf der Treppe in einem Mehrfamilienhaus ist daher nicht abgesichert. Stolpert
jemand auf der Türschwelle, kommt es laut Bettina Schmidt tatsächlich darauf an, ob er in den Hausflur
oder vor die Tür fällt. Dasselbe gilt für die Mittagspause: „Die Wege ab der Außentür sind versichert, der
Aufenthalt in der Kantine nicht“, erklärt Andreas Baader vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
(HVBG) in Sankt Augustin (Nordrhein-Westfalen). Auch der Weg zum Bäcker oder zum
Restaurant fällt unter den Versicherungsschutz. Ein Spaziergang in der Mittagspause ist dagegen reines
Privatvergnügen.
Unmittelbar nach dem Unfall kann jeder beliebige Arzt aufgesucht werden. Spätestens für Folgebehandlungen,
die die Unfallkasse tragen soll, muss es aber ein „Durchgangsarzt“ sein, den diese bestimmt.
„Wichtig ist es, dem Arzt mitzuteilen, bei welcher Tätigkeit sich der Unfall ereignet hat“, sagt
Roswitha Breuer-Asomaning. Auch der Arbeitgeber sollte so schnell wie möglich informiert werden. Spätestens
wenn Medikamente und Hilfsmittel verschrieben werden, muss der Durchgangsarzt mindestens
einmal konsultiert werden, sagt Andreas Baader. Nur dann werden Praxisgebühren, Zuzahlungen im
Krankenhaus oder auch Ausgaben für Medikamente und Hilfsmittel wie eine Brille ersetzt. Nötige Operationen
werden ebenfalls übernommen.

Unfallkasse übernimmt die Lohnfortzahlungen
Wird der Verletzte krank geschrieben, übernimmt die Unfallkasse auch die Lohnfortzahlung. „Dann wird
ein Verletztengeld gezahlt. Das sind maximal 80 Prozent des letzten Bruttolohnes“, sagt Andreas Baader.
Das entspreche in aller Regel dem Nettoentgelt, allerdings gehen davon noch Beiträge zu Renten- und
Arbeitslosenversicherung ab. Eine Rente erhält, wer nach dem Unfall zu mindestens 20 Prozent in seiner
Erwerbstätigkeit eingeschränkt ist. „Die Rente errechnet sich aus der Höhe der prozentualen Behinderung“,
erklärt Andreas Baader. Dabei werden zwei Drittel des letzten Bruttolohns als 100 Prozent angenommen.
Außerdem kümmern sich die gesetzlichen Unfallkassen nach schweren Unfällen um berufliche
und soziale Wiedereingliederung und Umschulungen.
„Die Bestimmung der Minderung der Erwerbstätigkeit ist eines der häufigsten Probleme“, sagt
Bettina Schmidt. Denn die subjektive Einschränkung nach einem Unfall, zum Beispiel durch psychische
Probleme, sei in vielen Fällen größer als die Beeinträchtigung, die von Gutachtern festgestellt werden
kann.


(dpa/GesundheitPro vom 24. April 2006)
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