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Von der Segregation über die Integration zur Inklusion

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Von der Segregation über die Integration zur Inklusion

Alles rund um die Pädagogik

Von der Segregation über die Integration zur Inklusion

Beitragvon Oliver » So 16. Dez 2012, 08:59

Von der Segregation über die Integration zur Inklusion

Abstract
Die Begriffe Integration und Inklusion stehen für neue Konzepte in der Behindertenarbeit
und -politik, die das Paradigma der Segregation ablösen sollen. Häufig werden
die Bezeichnungen Integration / Integration synonym verwendet, obwohl sich
dahinter unterschiedliche Haltungen, Konzepte und Erklärungsansätze von Behinderung
verbergen. Während „Integration“ von einem Förderbedarf des behinderten Individuums
ausgeht und weiterhin in „Normale“ und in „Behinderte“ oder „Andere“ differenziert,
versteht die inklusive Sichtweise die Vielfalt und Unterschiedlichkeit von
Menschen als Bereicherung. Alle Menschen sind demnach gleichwertig und bedürfen
individuell angepasster Konzepte und Angebote. Inklusion bezieht sich nicht nur auf
Menschen mit Behinderungen sondern auf alle Menschen die wegen ihres Geschlechts,
ihrer Klasse, ihrer ethnischen Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung
benachteiligt sind. Eine inklusive Sichtweise lehnt ausgrenzende Institutionen ab. Sie
bezieht sich auf alle Lebensbereiche und hat die gleichberechtigte Teilhabe aller
Menschen am Leben der Gemeinschaft zur Folge.
Einleitung
Seit mehreren Jahren sprechen sowohl die Fachöffentlichkeit wie auch Behindertenpolitiker
vom Paradigmenwechsel in der Behindertenarbeit und -politik. Hiermit sind
sowohl die Änderung des Verständnisses von Behinderung wie auch die Angebotsstrukturen
der Behindertenhilfe gemeint. Begriffe wie Integration und Inklusion, die
teilweise synonym verwendet werden, sollen die neue Zielrichtung von Behindertenpolitik
auf den Punkt bringen. Doch was genau verbirgt sich hinter diesen Konzepten,
wie unterscheiden diese sich von der noch immer praktizierten Segregation behinderter
Menschen?
In meinem Vortrag stelle ich zunächst die drei Konzepte im Umgang mit Behinderung:
Segregation/Integration/Inklusion und die jeweiligen Konsequenzen für Menschen
mit Behinderung vor. Anschließend befasse ich mich mit der Frage, inwieweit
sich die beiden Paradigmen Integration und Inklusion überschneiden bzw. unterscheiden,
und welche Konsequenzen eine auf einer inklusiven Haltung basierende
Praxis für verschiedene Lebenslagen behinderter Menschen bedeutet.
Das Paradigma der Segregation
Die Geschichte der Aussonderung und Institutionalisierung behinderter Menschen
reicht bis zum Beginn der Industrialisierung am Anfang des 19. Jahrhundert zurück.
Klaus Dörner schreibt hierzu: „Das Projekt der Moderne bestand im Wesentlichen in
der Umstellung von der Subsistenzwirtschaft auf die marktwirtschaftliche Industriegesellschaft.
Wichtiger Bestandteil dieses Projektes war die Ausgrenzung der verschiedenen
Gruppen der chronisch Kranken, Behinderten, störenden oder leistungsunfähigen
Menschen in flächendeckende Systeme sozialer Institutionen, schon um die
Familien von ihnen zu entlasten, damit die leistungsfähigen Mitglieder dieser Familien
weitgehend dem Wirtschaftsprozess zur Verfügung stehen konnten. (vgl. Dörner
1999). Damals setzte eine Asylierung gesellschaftlicher Randgruppen und eine gezielte
Ausgrenzungspraxis durch institutionelle Versorgung behinderter Menschen
ein, die bis heute fortgeführt wird. Fachlicherseits sprechen wir hier vom Paradigma
der Segregation, dem die Theorie zugrunde liegt, dass man behinderte Menschen
am besten fördern könne, wenn man sie in eigenen Institutionen zusammengruppiere
und sie von anderen Menschen isoliere (Polloway et al. 1996, S. 4).
Das Paradigma der Segregation basiert auf einem individuellen/medizinischen Erklärungsansatz,
der Behinderung als physische, psychische oder kognitive Abweichung
von einem gesellschaftlich definierten Normalzustand versteht (vgl. Waldschmidt
2003, S. 15). Behinderung ist demnach als individuelles Problem eines Menschen zu
sehen, welches durch eine Tragödie – Krankheit, Vererbung oder Unfall - hervorgerufen
wurde und das eine medizinische bzw. therapeutische Behandlung durch entsprechend
geschultes Fachpersonal notwendig macht (vgl. DIMDI 2002, S. 23).
Durch gezielte Rehabilitationsmaßnahmen, die in der Regel in Sondereinrichtungen
durchgeführt werden, soll eine weitgehende Herstellung der Arbeitskraft erreicht werden,
um den Behinderten zu einem nützlichen Mitglied der Gesellschaft zu machen.
Soziale Benachteiligungen der Betroffenen werden im medizinischen Erklärungsmodell
als unabänderliche Folge individueller Defizite gesehen, das „Problem Behinderung“
wird im Individuum verortet. Anstrengungen zur Überwindung des Problems
richten sich entsprechend auf den einzelnen Menschen, auf die Beseitigung seines
„defizitären“ Zustandes, und auch auf die Verhinderung behinderter Menschen selbst
durch den Einsatz von Pränataldiagnostik und biomedizinischer Selektionsmethoden.
Das medizinische Bild von Behinderung fand seine Entsprechung lange Zeit in einer
von Aussonderung geprägten Behindertenpolitik, die den behinderten Menschen als
Objekt von Fürsorge sah – nicht seine persönlichen Wünsche und Bedürfnisse sowie
Mitbestimmung standen im Mittelpunkt – sondern sein Leben wurde von Experten
bestimmt.
Bis heute herrscht das Paradigma der Segregation in der Behindertenhilfe vor. Viele
Maßnahmen werden fast ausschließlich an Schädigungen und sogenannten Defiziten
einer Behinderung ausgerichtet. Als behindert klassifizierte Menschen werden
nach wie vor aufgrund individueller biologischer Merkmale sonderbehandelt und aus
dem gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt.
Neben individuellen Erklärungsansätzen von Behinderung, existierten zu jeder Zeit
Gegenströmungen in der Heilpädagogik, die auch soziale Aspekte in den Behinderungsbegriff
einbezogen. Diese konnten sich jedoch lange Zeit nicht durchsetzen,
wie Theunissen (20009 darlegt. Er schreibt über das 19. Jahrhundert: „Einige Heilpädagogen,
z.B. Georgens und Deinhard hatten das „ökonomische Elend“, den „Pauperismus“,
„die Verkümmerung und Entartung“ sowie die „Not“ weiter Teile der Jugend
als gesellschaftliches Problem erkannt und klammerten den sozialen Faktor in
ihrer Theorie und Praxis der „Idiotenerziehung“ keineswegs aus, doch blieb ihr pädagogischer
Humanismus gleichermaßen wie Seguins sozialistisch orientiertes Konzept
(1912) bis in die unsrige Zeit hinein „faktisch wirkungslos“.“ (Theunissen: 2000, S.
22/23)
Das Paradigma der Integration
Der Begriff der Integration wurde ab Mitte der 1970er Jahre in Deutschland vor allem
durch betroffene Menschen in die Diskussion über Behinderung eingebracht. Zu dieser
Zeit bildeten sich in vielen westlichen Ländern erstmals starke Gegenströmungen
zur gesellschaftlich praktizierten Segregation behinderter Menschen, die auch heute
noch von Bedeutung sind – die Bürgerrechtsbewegungen behinderter Menschen,
auch Independent Living oder Selbstbestimmt Leben Bewegung genannt. Schädler
konstatiert: „Die gesellschaftliche Aufbruchstimmung der 70er Jahre mit den breit
getragenen Forderungen nach Demokratisierung der sozialen Institutionen bot
gleichzeitig Raum für die Entstehung neuer sozialer Bewegungen. Nach dem Vorbild
der amerikanischen Bürgerrechtsbewegungen formierten sich im Bereich der Behindertenhilfe
neue Selbsthilfeorganisationen, die das Recht auf Selbstbestimmung einforderten.“
(Schädler 2002, S. 77).
Die neuen politischen Bewegungen behinderter Menschen stellten alle Arten von
Sondereinrichtungen sowie den herrschenden Normalitätsbegriff radikal infrage und
formulierten als Zielperspektiven Selbstbestimmung, gesetzliche Gleichstellung und
gemeindenahe Lebens- und Unterstützungsformen (vgl. Miles-Paul 1992). Wesentliche
Grundlage für die zentrale Forderung der deutschen Behindertenbewegung nach
„Nichtaussonderung“ war die Rezeption des sehr weit reichenden italienischen Integrationsgrundsatzes,
der von der dortigen Antipsychiatriebewegung entwickelt und
praktiziert wurde. Programmatische Kernpunkte waren die Integration aller behinderten
Kinder in Regelschulen und deren Begleitung durch Stützlehrer. Darüber hinaus
wurde die Unterstützung der sozialen Integration behinderter Menschen in die Gemeinde
durch ambulante Dienste (vgl. Schädler 2002, S. 77.) sowie die Integration in
den allgemeinen Arbeitsmarkt gefordert (vgl. von Daniels, u.a. 1983, S. 72 ff.).
Bereits Ende der 1970er Jahre etablierte die Selbstbestimmt Leben Bewegung quasi
als Gegenkonzept zur Segregation erste Ambulante Dienste und Peer Counseling
Beratungsangebote um „behinderten Menschen, die Hilfen zukommen zu lassen, die
sie brauchten, um in einer eigenen Wohnung oder mit Freunden zusammen leben zu
können.“ (Mayer & Rütter 1988, S. 8). Ein zentrales Anliegen dieser Ambulanten
Dienste bestand in der Umkehrung des Machtgefälles in der Dienstleistungsbeziehung
zugunsten behinderter Menschen, indem die betroffenen Menschen die Kompetenzen
über Finanzen, Regie und Anleitung erhielten.
Die Forderungen der politischen Behindertenbewegung nach gleichberechtigter Teilhabe
und Selbstbestimmung basierten auf einem gesellschaftstheoretischen Erklärungsmodell
von Behinderung, das der medizinischen Sichtweisen gegenüber gestellt
wurde. Bereits 1976 formulierte die britische Union of Physically Impaired Against
Segregation (UPIAS) in Abgrenzung zu medizinischen Modellen folgende Erklärung
von Behinderung: „Nach unserer Ansicht ist es die Gesellschaft, die behindert
(...). Behinderung ist etwas, das zusätzlich auf unsere Beeinträchtigungen aufgesetzt
wird, indem wir unnötigerweise isoliert und von der vollen Teilhabe in der Gesellschaft
ausgeschlossen werden. Behinderte Menschen sind deshalb eine unterdrückte
Bevölkerungsgruppe.“ (Union of Physically Impaired Against Segregation/
Disability Alliance: Fundamental Principles of Disability. London 1976, S. 31, zit.
nach Priestley 2003). Aus Sicht der Betroffenen werden Menschen, die eine Beeinträchtigung
haben, so wie andere Minderheiten, wie beispielsweise Menschen mit
dunkler Hautfarbe oder Ausländer, aufgrund ihrer Abweichung von gesellschaftlichen
Normen unterdrückt und ausgesondert.
Nicht die individuelle Beeinträchtigung sondern die diskriminierenden gesellschaftlichen
Bedingungen rückten folglich als Problem in das Blickfeld, wie Degener (2003)
anschaulich darstellt: „Behinderte werden ebenso diskriminiert wie Menschen mit
dunkler Hautfarbe oder wie Frauen. Die Diskriminierung und Unterdrückung behinderter
Menschen sind die eigentlichen Probleme. Aber das wird selten zugegeben.
Stattdessen wird immer wieder gesagt, Behinderte würden leiden, weil ihnen etwas
fehlen würde, ein Arm oder zwei, die Beine, die Augen oder ein schnelles Gehirn.
Behinderte, die sich für ihre Rechte einsetzen, wissen aber, dass es die Treppen
sind, die Rollstuhlfahrern das Leben schwer machen, dass es die fehlende Gebärdensprache
ist, die gehörlose Menschen einsam macht, dass es die schwere Sprache
ist, die Menschen mit Lernschwierigkeiten daran hindert zu verstehen.“ (Degener
2003, S. 23)
Integration wird aus Sicht der Bürgerrechtsbewegungen behinderter Menschen, so
wird hier deutlich, als gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen
Leben verstanden. Voraussetzung für Integration ist der Abbau von allen Barrieren,
die Teilhabe verhindern.
Während in politischen Diskursen zur allgemeinen gesellschaftlichen Partizipation
behinderter Menschen eher Begriffe wie Teilhabe und Selbstbestimmung verwendet
werden, setzte sich der Begriff der Integration in den vergangenen 30 Jahren vor allem
in der Diskussion um die schulischen Eingliederung behinderter Kinder durch.
Hier besteht möglicherweise ein Zusammenhang mit der Interessensvertretung einer
starken Elternbewegung für schulische Integration, die seit den 1970er Jahren gegen
die schulische Segregation und für die Einrichtung von Integrationsklassen in den
Regelschulen kämpfte. Bereits im Jahr 1976 erreichte eine Elterninitiative in Berlin-
Friedenau, dass an der dortigen Fläming-Grundschule die erste Integrationsklasse
an einer staatlichen Schule in Deutschland eingerichtet wurde. Mitte der 1980er Jahre
gründeten engagierte Eltern aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik
Deutschland die „Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben - Gemeinsam lernen.
Eltern gegen Aussonderung“. Zu den Mitgliedern zählen auch Eltern von Kindern
ohne Behinderung und engagierte Fachleute (vgl. Hüwe & Roepke 2006). Seit
dieser Zeit wurden verschiedenste schulische Integrationsmodelle erprobt, aber auch
sehr unterschiedliche Auffassungen von Integration entwickelt.
Während die Behindertenbewegung unter Integration die generelle Abkehr von allen
Sondersystemen für die Betroffenen versteht, finden sich vor allem im schulischen
Bereich ganz andere Auslegungen dieses Begriffs. So werden unter Integration mittlerweile
verschiedenste Konzepte und Modelle subsumiert, wie Hinz anschaulich beschreibt:
„Integration (ist) in der Praxis inzwischen alles Mögliche – gemeinsamer
Unterricht in der allgemeinen Schule, punktuelle Feste und Feiern, selbst der Besuch
einer Sonderschule wird gelegentlich als Integration bezeichnet. Fast kann man sagen:
Alles was als gut, fortschrittlich und hilfreich gesehen werden will, heftet sich
das Etikett integrativ an. Und das ist eines der vielen Probleme des Integrationsbegriffs.“
(Hinz o.J.). Weiter stellt Hinz vor allem qualitative Probleme der Integrationsentwicklung
fest: „Es werden zwar integrativere Wege zugelassen, und bestehende
Strukturen modifiziert, jedoch werden traditionelle Sichtweisen in der Regel nicht revidiert,
d.h.: das Kind ohne Förderbedarf ist das „Normale“. Dagegen ist das Kind mit
sonderpädagogischem Förderbedarf das Kind mit Problemen, das andere Kind, das
funktionsgeminderte Kind, das Kind mit dem Defizit.“ (vgl. Hinz o.J.). In der Praxis der
schulischen Integration steht das medizinische Modell von Behinderung demnach
noch immer im Vordergrund, denn der Integrations- und Förderbedarf wird einseitig
dem behinderten Kind zugewiesen. Hinzu kommt die Tatsache, dass Integration selektiv
bleibt, da weiterhin gilt: Je stärker ein Kind behindert ist, je höher der Unterstützungsbedarf
ist, desto weniger kann es in die Regelschule integriert werden.
Inklusion
Zu Beginn der 90er-Jahre wurde der aus dem angloamerikanischen Raum stammende
Begriff der „inclusion“ international bekannt. Verbreitet wurde er durch die
UNESCO, die im Jahr 1994 in Salamanca eine Weltkonferenz zum Thema „ "Special
Needs Education: Access and Quality“ durchführte. Über 300 Vertreter von 92 Regierungen
und 25 internationalen Organisationen trafen zusammen, um notwendige politische
Änderungen zur Förderung einer inklusiven Pädagogik zu diskutieren. Am
Ende der Konferenz stand die Verabschiedung der Salamanca-Erklärung über Prinzipien,
Politik und Praxis in der Pädagogik für besondere Bedürfnisse von Kindern
(vgl. UNESCO 1994). Dem Begriff der Inclusion wurde auf der Konferenz folgendes
Verständnis zugrunde gelegt. "Education is a human rights issue and persons with
disabilities should be part of schools, which should modify their operations to include
all students." (Stainback & Stainback 1996, S. 3). Sander schreibt hierzu: „Wenn das
die Essenz der Salamanca-Erklärung ist, dann enthält sie eigentlich nichts Neues
gegenüber dem, was in der führenden deutschsprachigen Fachliteratur seit etwa
1980 schon vielfach unter der Bezeichnung Integration beschrieben worden ist. Insoweit
ist es gerechtfertigt, ‚inclusion' mit Integration zu übersetzen. Unter diesen
Bedingungen benötigt man im Deutschen den neuen Fachbegriff Inklusion nicht, und
insoweit ist es auch verständlich, dass nur wenige deutschsprachige Fachleute ihn
verwenden (vgl. Bintinger & Wilhelm 2001, 54). Aber nur insoweit, wie Integration
und Inklusion dasselbe bedeuten!“ (Sander 2001).
Abgrenzung von Integration und Inklusion
Die Frage lautet also: Verbergen sich hinter den Begriffen Integration und Inklusion
dieselben Haltungen und Forderungen oder unterscheiden diese sich bei genauerer
Betrachtung?
Zur Klärung dieser Frage wenden wir uns den Definitionen von Inklusion und Integration
zu: Im „Lexikon Wissenswertes zur Erwachsenenbildung“ findet sich folgende
Beschreibung: „Inclusion (engl.) Einbeziehung; dieser Begriff ergibt sich aus der Auffassung,
dass eine Gesellschaft aus Individuen besteht, die sich alle mehr oder weniger
unterscheiden. Um dieser Tatsache gerecht zu werden, muss die Gesellschaft
dafür Sorge tragen, dass der Zugang aller Bürger zu Institutionen und Dienstleistungen
unter Berücksichtigung ihrer individuellen Möglichkeiten ermöglicht wird. (...) Das
Prinzip der Integration strebt die Eingliederung behinderter Menschen in die bestehende
Gesellschaft an: Inklusion dagegen will die Veränderung bestehender Strukturen
und Auffassungen dahingehend, dass die Unterschiedlichkeit der einzelnen
Menschen die Normalität ist. Jeder Mensch soll die Unterstützung und Hilfe erhalten,
die er für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben benötigt. Das Problem liegt folglich
nicht mehr in der behinderten Person, sondern in den Umwelthindernissen, die
die soziale Teilhabe erschweren. Die Lösung dieses Problems liegt demzufolge in
der Umgestaltung der Umwelt im Sinne einer inklusiven Gesellschaft, die die Bürgerrechte
aller Bürger respektiert und zu realisieren hilft.“ (Gesellschaft Erwachsenenbildung
und Behinderung e.V. Deutschland 1998)
Hier wird ein wichtiger Aspekt des Inklusionsbegriffs angesprochen, der ihn von der
Integration unterscheidet. Der Fokus der Inklusion liegt nicht auf der Anpassung des
Individuums an die Gesellschaft sondern auf dem gesellschaftlichen System, das es
zu verändern gilt. Allen Menschen soll die Teilhabe am sozialen Leben ermöglicht
werden, indem die Gesellschaft die entsprechenden Rahmenbedingungen schafft.
Inklusion beinhaltet somit eine gleiche Akzeptanz und Wertschätzung aller Menschen.
In der Konsequenz hat eine inklusive Haltung die Reduktion von Barrieren in
allen Bereichen des Lebens auf ein Minimum zur Folge. Die inklusive Sichtweise
sieht eine Chance in der Vielfalt und bezieht sich nicht nur auf Menschen mit Behinderungen
sondern auf alle Menschen die wegen ihres Geschlechts, ihrer Klasse, ihrer
ethnischen Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung benachteiligt sind (vgl. Hinz
2003, S. 10ff).
Hinsichtlich der Einführung bzw. Verwendung des Inklusionsbegriffes finden sich in
Deutschland unterschiedliche Auffassungen. Einige Vertreterinnen und Vertreter der
Heil- und Sonderpädagogik erblicken in „Inklusion“ ein optimiertes, erweitertes Verständnis
von Integration oder gar ein völlig neues Konzept (vgl. Hinz 2002, Sander
2002) während andere lediglich einen Austausch von Begriffen erkennen können
(vgl. Liesen & Felder 2004).
Grundsätzliche Kritik am Begriff der Integration findet sich bei Tervooren. Sie
schreibt: „Bereits der Begriff der Integration impliziert ein spezifisches Spannungsverhältnis
zwischen einer Gruppe, die integriert werden auf der einen und einer, die
integrieren soll, auf der anderen Seite. Die Verwendung des Begriffs gibt demnach
nicht nur eine Bewegungsrichtung, sondern darüber hinaus ein Verhältnis von Passivität
und Aktivität der jeweiligen Gruppen vor. Durch diese Behauptung wird auf der
Seite derjenigen, die integriert werden sollen, ein Defizit platziert, während die Notwendigkeit
der Intervention der anderen Gruppe angetragen und diese damit zur
dominanten gemacht wird.“ (Tervooren 2001, S. 206)
Im Unterschied zur Integration, die die Wiedereingliederung von Ausgegrenzten ermöglichen
soll, setzt Inklusion eine gleiche Wertigkeit aller Mitglieder der Gesellschaft
- wer gleichwertig ist, muss nicht in bestehende Systeme eingegliedert werden
sondern er gehört dazu.
Hinz (2004, S. 45 f.) hat die Praxis der Integration und Inklusion in einem Schaubild
gegenübergestellt. Obwohl er vorwiegend schulische Integration und Inklusion beschreibt,
sich ein inklusiver Ansatz aber immer auf alle gesellschaftlichen Bereiche
bezieht, wird im folgenden Bezug auf seine wichtigsten Unterscheidungen genommen
• Integration differenziert nach Schädigungen und teilt Menschen in zwei Gruppen
ein: Behinderte und Nichtbehinderte, während Inklusion von einer heterogenen
Gesellschaft ausgeht, in der jedes Mitglied verschieden aber auch gleich ist.
Hierzu gehören: verschiedene Geschlechterrollen, kulturelle Hintergründe, religiöse
und weltanschauliche Überzeugungen, Familienstrukturen, soziale Lagen
sowie Fähigkeiten und Einschränkungen (vgl. Boban 2003, S. 39). Heterogenität
ist hier gleichzusetzen mit Normalität! Inklusion bedeutet demnach die Unterstützung
des Individuums unter Berücksichtigung seiner individuellen Voraussetzungen.
• Das Ausmaß der Integration richtet sich häufig nach dem Ausmaß des Andersseins.
Kinder und Jugendliche müssen sich erst durch Mindestfähigkeiten für Integration
qualifizieren und gegebenenfalls dafür kämpfen (vgl. ebda. 2003, S.
39). Hierdurch entsteht eine Selektivität der Integration. Inklusion lehnt diesen
Ansatz ab, da sie jeden Menschen unabhängig von vorliegenden Beeinträchtigungen
als vollwertiges Wesen und wertvollen Teil der Gemeinschaft sieht.
Zwar decken sich einige Gedanken der Integration mit der inklusiven Sichtweise, aber
es gibt – so wird deutlich – in Teilaspekten ganz zentrale Unterschiede. Inklusion
geht über die Denkgrenzen von Integration weit hinaus, indem der Fokus nicht auf
das Individuum und seine Defizite, welches es zu integrieren gilt legt, sondern auf
das System, welches der Veränderung bedarf, um allen Mitgliedern der Gesellschaft
eine Teilhabe zu ermöglichen. Insofern kann Inklusion als Weiterentwicklung von Integration
verstanden werden.
Die Anwendung des Inklusionsgedanken auf verschiedene Lebenslagen behinderter
Menschen
Schulische Inklusion:
Nach Booth & Ainscow (2003) bedeutet Inklusion in Erziehung und Bildung:
„Inklusion in Erziehung und Bildung“ bedeutet:
• die gleiche Wertschätzung aller SchülerInnen und MitarbeiterInnen
• den Abbau von Barrieren für Lernen und Teilhabe aller Schülerinnen, nicht nur solcher
mit Beeinträchtigungen oder solcher, denen besonderer Förderbedarf zugesprochen
wird,
• die Sichtweise, dass Unterschiede zwischen den SchülerInnen Chancen für das
gemeinsame Lernen sind und nicht Probleme, die es zu überwinden gilt,
• die Anerkennung, dass alle SchülerInnen ein Recht auf wohnortnahe Bildung und
Erziehung haben,
• die Verbesserung von Schulen nicht nur für die SchülerInnen, sondern auch für alle
anderen Beteiligten.“ (Booth & Ainscow 2003, S. 10).
Die Entwicklung schulischer Unterstützung lässt sich laut Sander in fünf Etappen einteilen,
wobei Inklusion als eine eigene Etappe und als Übergangsphase gesehen
wird. (vgl. Sander 2003):
• Zu Zeiten der Exklusion wurden behinderte Kinder und Jugendliche gänzlich von
schulischer Bildung und Erziehung ausgeschlossen. Sie wurden ausgesperrt oder
(im Nationalsozialismus) als lebensunwert vernichtet.
• Segregation bietet zwar allen Kindern Zugang zu Bildung und Erziehung, jedoch
nur in einem Sondersystem unterschiedlicher, hierarchisch voneinander abgegrenzter
Schulen mit unterschiedlichen Anforderungen, Abschlüssen und Angeboten.
• Integration ermöglicht ausgewählten behinderten Kindern den Zugang zur allgemeinen
Schule. Sie werden in die „normale“ Mehrheit der Schule hinein integriert.
Wer sich nicht in das herrschende Schulsystem einfügen kann, wird weiterhin im
Sondersystem beschult. Es existieren weiterhin zwei Gruppen: Die Normalen und die
Abweichenden.
• Inklusion geht nicht von der Annahme „normaler“ Menschen und bestimmter „Anderer“,
sondern von der Unterschiedlichkeit aller Menschen aus. Eine für allgemein
erklärte Normalität ist nicht mehr vorhanden. „Es ist normal, verschieden zu sein“
• Die letzte Etappe beschreibt Sander mit allgemeiner Pädagogik. Vielfalt und Heterogenität
sind normal, daher werden eigene Begriffe sowie spezifische Ansätze
oder Konzepte für einzelne Gruppierungen überflüssig. Inklusion geht in einer allgemeinen
Pädagogik auf (vgl. Sander 2003)
Community Care oder „Leben mit Unterstützung“
Inklusion bezieht sich, wie bereits dargestellt, nicht nur auf die Schule sondern umfasst
alle Lebensbereiche: Wohnen, Freizeit, Bildung und Arbeit.
Im Bereich des Wohnens findet sich der Inklusionsgedanke in dem in Großbritannien
entwickelten Konzept von Community Care, der Gemeinwesenarbeit wieder, in den
USA unter Supported Living bekannt. Community Care beruht auf dem Prinzip, dass
alle Menschen wählen wo sie leben, mit wem sie zusammen leben möchten oder ob
sie allein wohnen, welche Hilfen sie bekommen und welchen Lebensstil sie führen
möchten. Behinderte Menschen werden demnach nicht als Patienten oder Klienten
sondern als Bürger betrachtet. Konkret bedeutet das: „Bürger leben bekanntlich in
üblichen Wohnungen als Mieter oder Eigentümer, gehen in die wohnortnahen üblichen
Kindergärten und Schulklassen, arbeiten in üblichen Betrieben oder Behörden
und verbringen ihre Freizeit in den üblichen Gruppierungen. Sie brauchen nicht primär
Pflege, Betreuung, Förderung, sondern Assistenz“ (Theunissen 2002). Hiermit
ist individuelle, flexible Unterstützung gemeint, die auf die persönlichen Bedürfnisse
zugeschnitten ist. Laut den Statuten der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben
Deutschland sollen betroffene Menschen selbst die führenden Positionen in den Institutionen
einnehmen, die ihre Unterstützung / Assistenz durchführen. Entsprechende
Ansätze finden sich hierzulande in den Konzepten der Persönlichen Assistenz,
dem Modell „Behinderte als Arbeitgeber“ und den Assistenzgenossenschaften in
Bremen und Hamburg.
Mit dem skizzierten Konzept von Community Care wird dem Anspruch auf Nicht-
Aussonderung, Selbstbestimmung und dem Wunsch- und Wahlrecht behinderter
Menschen entsprochen. Dieses Grundmuster eines gemeindeintegrierten Wohnens
mit Unterstützung gilt für ALLE behinderten Menschen - unabhängig der Schwere der
Behinderung oder des Alters.
Inklusion und Community Care bedeuten jedoch nicht einfach die Verkleinerung von
Institutionen und Dezentralisierung. „Eine Untersuchung aus Großbritannien belegt,
dass Menschen in gemeindeintegrierten, kleineren Wohnformen Gefahr laufen, ähnlich
verwaltet und fremdbestimmt zu werden wie in isolierenden Institutionen. Nämlich
dann, wenn die Bewohner als zu erziehende, zu therapierende Objekte und nicht
als gleichwertige Bürger gesehen werden, deren Bedürfnisse zu respektieren sind,
auch wenn diese manchmal nur schwer artikuliert werden können.“ (KNUSTPOTTER
1998). Um Inklusion und Selbstbestimmung zu ermöglichen sind, so wird
deutlich, grundlegende strukturelle Veränderungen notwendig, in dem die Entscheidungskompetenz
über die Belange, die sie betreffen, in die Hände der betroffenen
Menschen gelegt wird.
Persönliches Budget
Zur Förderung der Selbstbestimmung behinderter Menschen sind sozialpolitische
Instrumente notwendig, die den Betroffenen Entscheidungs- und Kontrollmöglichkeiten
(Macht) über die erforderlichen Unterstützungen in die Hand geben. Eines dieser
Instrumente ist das „personengebundene Budget“, welches derzeit in Deutschland in
einigen Bundesländern modellhaft erprobt und ab 2008 flächendeckend eingeführt
wird. Gelder für Dienstleistungen werden nach diesem Modell nicht mehr direkt an
Hilfsorganisationen gezahlt, stattdessen erhalten behinderte Menschen ein Budget,
mit dem sie ihre Unterstützung beim Anbieter ihrer Wahl direkt einkaufen. Um ein
Budget zu erhalten, muss vorab der individuelle Unterstützungsbedarf ermittelt werden.
Das Instrument des Persönlichen Budgets gibt den Betroffenen die Entscheidungsmacht
über die benötigten Hilfen und deren Ausführung. Erfahrungen aus anderen
Ländern (z. B. Niederlande, Großbritannien, Norwegen) zeigen jedoch auch
mögliche Gefahren mit der Einführung eines Persönlichen Budgets auf: So kamen im
Zusammenhang mit Community Care notwendige Hilfeleistungen insbesondere für
Menschen mit so genannter geistiger und seelischer Behinderung aufgrund von Einsparpolitik
nachweislich zu kurz (vgl. Dalferth 1999). Ein Rückschritt für behinderte
Menschen ist demnach, wenn mit dem Persönlichen Budget von Seiten der Geldgeber
eine Kosteneinsparung verbunden wird und die Etats für Direktzahlungen zu
knapp bemessen werden, um damit alle notwendigen Hilfen abzudecken. Benachteiligt
werden dadurch diejenigen, die andauernde und hohe Unterstützungsleistungen
benötigen. Für sie besteht die Gefahr, weiterhin in Pflegeeinrichtungen abgeschoben
und versorgt zu werden. Es ist also notwendig, in diesem Bereich wachsam zu sein
und für Verteilungsgerechtigkeit einzutreten.
Unterstützte Beschäftigung
Im Bereich der Arbeitswelt findet sich das Konzept der Inklusion seit einigen Jahren
unter anderem unter dem Stichwort „Unterstützte Beschäftigung“ wieder (vgl. Doose
1997; 2000). Ähnlich wie das Supported Employment in den USA werden verschiedene
Arbeitsplatzmodelle in allgemeinen Betrieben bzw. auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
für behinderte Menschen entwickelt (vgl. Theunissen & Plaute 2002,
318ff.). Hinzu kommt ein von Arbeitsassistenten durchgeführtes systematisch aufgebautes
ITrainings- und Begleitprogramm für die betroffenen Menschen und die Kollegen
im Betrieb. Realität ist jedoch auch, dass vor dem Hintergrund der allgemeinen
Arbeitslosigkeit und fehlender Arbeitsplätze eine Integration aller Menschen mit Behinderungen
in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt unmöglich bleiben wird.
Empowerment
Eine inklusive Haltung beinhaltet, Menschen mit Behinderung als gleichwertige Bürgerinnen
und Bürger zu sehen, die über alle wichtigen Fragen ihres Lebens selbst
entscheiden. Das heißt: Betroffene Menschen sind nicht länger Objekte der Fürsorge,
sondern treten selbst für ihre Menschen- und Bürgerrechte ein. Sie werden nicht
länger von Eltern, Betreuern und Fachleuten vertreten sondern werden zu Subjekten
mit eigener Stimme. Der Rollenwechsel vom bevormundeten Objekt hin zum handelnden
Subjekt muss jedoch von vielen Menschen mit Behinderung zunächst gelernt
werden, d.h. die betroffenen Menschen müssen durch Empowermentangebote
in die Lage versetzt werden, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen, diese zu artikulieren
und sich für deren Umsetzung einzusetzen. Neben der Peer Beratung, wie sie
bereits seit vielen Jahren in den Zentren für Selbstbestimmtes Leben Behinderter
durchgeführt wird, können auch Persönliche Zukunftsplanungen als Schlüsselelement
betrachtet werden, in deren Rahmen die Betroffenen lernen, im Kontext von
Unterstützungskreisen selbst alle Entscheidungen über ihr eigenes Leben mit zu
bestimmen und zu kontrollieren.
Last but not least ist der Gedanke der Inklusion mit einem veränderten Selbstverständnis
professioneller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Behindertenarbeit
verbunden. Professionelle, die den Anspruch der Inklusion behinderter Menschen
vertreten, müssen einen Rollenwechsel vom Fürsorger und Stellvertreter hin zum
Verbündeten der Betroffenen vollziehen. Für professionelles Handeln in der Behindertenarbeit
bedeutet dieser Wechsel, dass sich die bisherige Betreuung und Bevormundung
behinderter Menschen in deren Unterstützung bzw. Assistenz wandelt
(vgl. Theunissen 2002).
Ausblick:
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Begriffe Integration und Inklusion
in Deutschland zwar häufig synonym verwendet werden, sich jedoch unterschiedliche
Konzepte und auch unterschiedliche Erklärungsmodelle von Behinderung
hinter beiden Paradigmen verbergen.
In der Behindertenbewegung und im sozialpolitischen Diskurs beschreiben die Begriffe
„Selbstbestimmung“ und „uneingeschränkte gesellschaftliche Teilhabe“ bereits
seit vielen Jahren jene Inhalte, die mit dem Begriff Inklusion verbunden werden. Inklusion
ist also kein völlig neues Konstrukt, zeigt jedoch einen deutlichen Perspektivenwechsel
im gesellschaftlichen Umgang mit Behinderung auf.
Aus Sicht behinderter Menschen wird sich der Begriff der Inklusion künftig daran
messen lassen müssen, ob er die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe für
ALLE Menschen, unabhängig von der Art und dem Ausmaß ihrer Behinderung verfolgt
oder ob auch im Namen von Inklusion (so wie unter dem Namen Integration geschehen)
weiterhin gesellschaftliche Ausgrenzung für einen kleinen Rest schwerstbehinderter
Menschen durchgeführt wird. Auch ist von zentraler Bedeutung, ob es
gelingt, die Erfahrungen und Sichtweisen der betroffenen Menschen in den Mittelpunkt
zu stellen, behinderte Menschen als Akteure ihres eigenen Lebens zu verstehen
und diese mit entsprechender Entscheidungsgewalt auszustatten. An diesen
Fragen müssen künftig alle Ansätze, Konzepte und Angebote gemessen werden, die
für sich das Label Inklusion verwenden.
Literatur:
Bintinger, Gitta & Marianne Wilhelm (2001): Inklusiven Unterricht gestalten. Creating Inclusive
Education. In: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft 24, 51-60
Boban, Ines.: Qualitätsentwicklung des gemeinsamen Unterrichts durch den -Index für Inklusion.
In: Behinderte 4/5/2003
Booth, Tony & Ainscow, Mel. (2003): Index für Inklusion. Lernen und Teilhabe in der Schule
der Vielfalt entwickeln. Boban, I./Hinz, A. (Hrsg.), Martin Luther Universität Halle Wittenberg
Dalferth, Matthias (1999): Enthospitalisierung in westlichen Industrienationen am Beispiel der
USA/Kalifornien, Norwegen und Schweden. In Theunissen, G; Lingg, A. (Hrsg.): Wohnen
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Daniels, Susanne von u.a. (Hrsg.) (1983): Krüppeltribunal. Menschenrechtsverletzungen im
Sozialstaat.
Degener, Theresia (2003): Behinderung neu denken. Disability Studies als wissenschaftliche
Disziplin in Deutschland. In: Hermes, G. & Köbsell, S. (Hrsg.): Disability Studies in Deutschland.
Behinderung neu denken. Dokumentation der Sommeruni 2003, S. 23-26
Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information, DIMDI (Hrsg.) (2002):
ICF – Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit.
Stand 24. Sept. 2002 URL: http://www.dimdi.de/de/klassi/ICF/index.html
Dörner, Klaus (1999): Gegen die Schutzhaft der Nächstenliebe - Umgang mit Kranken und
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(Quelle: © Dr. Gisela Hermes)
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