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Hüpfknete enthält hohe Mengen an Borsäure

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Hüpfknete enthält hohe Mengen an Borsäure

Hüpfknete enthält hohe Mengen an Borsäure

Beitragvon Oliver » So 9. Sep 2012, 00:59

Hüpfknete enthält hohe Mengen an Borsäure – Borsäuregehalt in Spielzeug muss minimiert
werden


Sie hat Eigenschaften wie eine Kreuzung aus Knete und Flummi, wird Hüpf- oder Springknete genannt
und von vielen Kindern als spaßige Spielmasse geliebt. Sie lässt sich beliebig verformen und springt wie
ein Gummiball. Allerdings verwenden die Hersteller bei der Produktion der Hüpfknete unter anderem Borsäure.
„Es besteht das Risiko, dass Borsäure beim Spielen durch Hautkontakt, aber auch durch Kauen
oder Verschlucken aus der Hüpfknete herausgelöst wird", sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas
Hensel. Zwar sei Bor in geringen Spuren für den Körper lebensnotwendig, größere Mengen könnten jedoch
zu gesundheitlichen Schäden führen.
Bei der Abschätzung des gesundheitlichen Risikos von Borsäure in Hüpfknete kommt das BfR zu
dem Schluss, dass selbst beim Spielen mit der Knete kritische Mengen an Borsäure herausgelöst werden
können. Die tägliche tolerierbare Aufnahmemenge (TDI) für Borsäure kann dabei schon fast erreicht werden.
„Dies ist aus unserer Sicht nicht akzeptabel, weil Kinder zusätzlich Bor auch aus der Nahrung und
anderen Bedarfsgegenständen aufnehmen können", so Hensel.
Borsäure wirkt im Tierversuch frucht- und entwicklungsschädigend. Für Borverbindungen gilt ein
TDI-Wert von 0,1 Milligramm Bor pro Kilogramm Körpergewicht (mg/kg KG) und für Borsäure entsprechend
ein TDI von 0,57 mg/kg KG, der als tägliche Aufnahmemenge toleriert werden kann. Ein Kind von
20 Kilogramm Gewicht könnte beim bestimmungsgemäßen Gebrauch der Hüpfknete über die Haut nach
Abschätzungen etwa diese Menge aufnehmen.
Wird der Inhalt einer handelsüblichen 17-Gramm-Packung Hüpfknete gar von einem Kind ve rschluckt,
würde der TDI-Wert sogar kurzfristig überschritten. Auch wenn mit einer akuten Gesundheitsschädigung
in diesem Fall nicht gerechnet werden muss, ist der Abstand zu einer giftigen Dosierung zu
gering. Rechnet man noch hinzu, dass Bor bzw. Borsäure zusätzlich über Lebensmittel und andere Produkte
aufgenommen wird, kann in diesem Fall die toxikologisch wirksame Menge im Körper erreicht werden.
Borsäure wird wegen seiner konsistenzbeeinflussenden, flammhemmenden, antiseptischen und konservierenden
Eigenschaften in zahlreichen Produkten eingesetzt.
Nach Ansicht des BfR sollte der Borsäuregehalt in Spielzeug, wie bereits 1995 gefordert, unbedingt
verringert werden.


(Veröffentlicht am 19.04.2005 von Dr. Irene Lukassowitz, Bundesinstitut für Risikobewertung/BfR)
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