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Tödliche Folgeerkrankung: Masern sind nicht harmlos

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Tödliche Folgeerkrankung: Masern sind nicht harmlos

Tödliche Folgeerkrankung: Masern sind nicht harmlos

Beitragvon Oliver » So 9. Sep 2012, 00:57

Tödliche Folgeerkrankung: Masern sind nicht harmlos – Die Zahl der Todesfälle durch
Masern ist in Deutschland mindestens fünf Mal so hoch wie bisher angenommen.



Das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) sei bisher von bundesweit ein bis zwei Maserntoten pro Jahr ausgegangen,
berichtete der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (Köln) am Montag. Jedoch habe
allein das auf die tödliche, vom Masernvirus ausgelöste Hirnentzündung SSPE spezialisierte Institut für
Virologie und Immunbiologie der Universität Würzburg seit 1988 pro Jahr zwischen fünf und zehn Fälle
diagnostiziert. Zuletzt wurde die Krankheit bei einem Sechsjährigen aus dem Raum Bielefeld erkannt.
Der Verband rief Eltern eindringlich zum Impfen ihrer Kinder auf. Die nicht ansteckende SSPE
(subakute sklerosierende Panenzephalitis) ähnelt der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und ist wie diese unheilbar.
Sie tritt erst fünf bis sieben Jahre nach einer Maserninfektion auf. Ursache ist das Eindringen von
Masernviren ins Gehirn. Dort zerstörten sie Nervenzellen.
„Wir wissen nicht, weshalb bei manchen Menschen diese Erkrankung ausbricht und bei anderen
nicht“, sagte der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI, Prof. Heinz-J. Schmitt von
der Universitätsklinik Mainz. „Jungen scheinen häufiger betroffen zu sein als Mädchen. Eine Therapie gegen
die SSPE gibt es leider nicht.“ Je jünger Kinder bei einer Maserninfektion seien, desto höher sei das
Risiko, später an einer SSPE zu erkranken. Bei Kindern unter einem Jahr könne laut britischen Studien
sogar eins vo n 5000 mit Masern infizierten eine SSPE bekommen.
Nach Angaben des Verbandes bekommen nur 85 Prozent der Kinder in Deutschland die erste Masernimpfung,
die zweite sogar nur 60 Prozent. Nach Expertenansicht wären 90 Prozent bei beiden Impfungen
notwendig, um das Masernvirus wie etwa in Nord- und Südamerika zu eliminieren. Die Impfmüdigkeit
in Deutschland behindere die angestrebte Ausrottung der Masern in Europa.
(dpa/GesundheitPro vom 12. April 2005)
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